Geschichte des Weiler DRK
DRK-Vorsitzende Silvia Gehde erzählt von der bewegten Geschichte des Ortsvererins
Auf Initiative des Badischen Landesvereins vom Roten Kreuz gründeten sich im Jahr 1911 in Weil am Rhein eine Sanitätskolonne und ein Männerhilfsverein. Viele Menschen waren an der Gründung beteiligt, unter ihnen der damalige Bürgermeister, die Pfarrer und Lehrer, sowie der Militärverein. Das Deutsche Rote Kreuz in Weil musste sich in zwei Weltkriegen bewähren: Im Ersten Weltkrieg hielten Sanitätshelfer in drei Lazaretten, die im alten Läublinhof, im evangelischen Gemeindehaus und bei der Kirche in Altweil eingerichtet wurden, Nachtwache bei Verwundeten. Im Zweiten Weltkrieg versorgten die Rotkreuzhelfer Menschen, die bei Luftangriffen und durch Beschuss verwundet wurden, in ihrer Verbandsstation in der Leopoldschule. Sie brachten Kinder in Sicherheit und transportierten Verletzte auf abenteuerlichem Weg durch den Tunnel unter dem Tüllinger Berg ins Krankenhaus nach Lörrach.
Ab 1931 führte der Arzt Dr. Max Köhler den Ortsverband Weil als Vorsitzender. In Vorträgen und Übungen schulte er die ehrenamtlichen Helfer systematisch. Er förderte die Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten aus der Umgebung und führte Sanitätsdienste bei Sportveranstaltungen ein, wie sie Rotkreuzsanitäter noch heute leisten, etwa bei Heimspielen des SV Weil am Rhein. Nach dem Zweiten Weltkrieg sammelte Köhler die Rotkreuzhelfer wieder um sich und betreute mit ihnen heimkehrende Soldaten und Flüchtlinge. Da die französische Besatzungsmacht zunächst alle Verbände des DRK verbot, arbeiteten sie unter dem Dach des neu gegründeten "Badischen Hilfswerks".
Im Jahr 1931 schaffte der Ortsverband seine erste "fahrbare Trage" an. 1966 gründete man das Jugendrotkreuz. Heute lernen beim Jugendrotkreuz zwölf junge Leute die Grundlagen der ersten Hilfe und erleben bei Camps, bei Spiel und Sport Kameradschaft. Die Mitglieder des DRK haben in den vergangenen Jahren bei kleinen und großen Unglücksfällen, aber auch bei vielen Veranstaltungen wie der Tour de France im Jahr 2000, Sanitätsdienst geleistet. Einer der größten Einsätze war das Zugunglück bei Rheinweiler im Jahr 1971. 120 Rotkreuzhelfer bargen verletzte und verpflegten bis zu 5000 Menschen. Im Jahr 1084 begrüßte man den 15 000sten Blutspender seit 1961.
Die Frauen des Sozialdienstes unterstützen jungen Menschen bei der Arbeitssuche, besuchen alte oder kranke Menschen, packen Weihnachtspakete für bedürftige Menschen und helfen überall, wo Menschen in Not sind.

